Region
Nationalparkgemeinden
| Schlicht und ergreifend schön: Der Oberpfälzer Wald |
|
|
|
| Geschrieben von: Quelle: tvo | |||
| Samstag, den 21. Februar 2009 um 08:21 Uhr | |||
|
Der Wald... besteht nicht immer nur aus Bäumen. Ausladende Teich- und Seenlandschaften, Burgen und Schlösser, Bergkapellen und Klosterkirchen, eine Goldene Straße, eine Glasstraße und eine Porzellanstraße, heiße Quellen und ein Geopark, Festspielsommer und ein Freilandmuseum mit Volksbühne, Zoiglbier und Spiegelkarpfen, Wandern auf dem Goldsteig und Radeln auf dem Bayerisch-Böhmischen-Freundschaftsweg - hier, zwischen Marktredwitz und Schwandorf, Fichtelgebirge und dem Oberpfälzer Seenland, hat die Vielfalt einen Namen: Oberpfälzer Wald. Diese vielseitige Urlaubsregion mit knappen Worten, kurz und bündig zu beschreiben ist schwer, eigentlich unmöglich. Manche haben es versucht und die zauberhafte Gegend als Paradies auf Erden bezeichnet. Angesichts all der barocken Engel, der Feldkapellen, Kloster- und Wallfahrtskirchen, der Prozessions- und Sühnekreuze, Marterl, Bildstöcke und zahllosen Plätze von fast unirdischer Ruhe könnte man dem zustimmen. Aber die besinnliche, zur inneren Einkehr und zum geruhsamen Wandern einla-dende Seite ist eben nur eine von vielen des Oberpfälzer Waldes. Klar, die trutzigen Burgruinen und sagenumwitterten Schlösser, die malerische Landschaft mit ihren sanft geschwungenen Hügeln und schattigen Tälern sind wie geschaffen für eine langsame Gangart. Aber die Oberpfalz kann auch ganz anders. Oberpfälzer Seenland Man werfe nur im Sommer einen Blick ins Oberpfälzer Seenland. Dort, wo noch vor zwei Jahrzehnten Braunkohle abgebaut wurde, tummeln sich heute Wassernixen und Froschmänner. Plantschen, Segeln, Windsurfen, Wasserskifahren und am Abend ein lauschiges Sommernachtsfest feiern, direkt am Wasser, mit Lichtergirlanden, "Steckerlfisch" und einem kühlen Bier: Steinberger See, Murner See, Brückelsee, Hammersee und Eixendorfer See ziehen Wassersportler und Sonnenhungrige, Camper und Angler gleichermaßen in ihren Bann. Hinzu kommt die Kartbahn in Wackersdorf. Hier trifft sich schnelle Fahrer, auch aus der internationalen Szene. Land der 1000 Teiche Um einen großen Fisch an die Angel beziehungsweise in den Kochtopf zu bekommen, fährt man noch besser ins Land der tausend Teiche. Zahllos sind die Fischweiher um Tirschenreuth, im Rußweihergebiet bei Eschenbach und zwischen Schwarzenfeld und Schwandorf. Forellen, Hechte und Karpfen sind hier in ihrem Element und sorgen dank der fachkundigen Gastgeber der Region für kulinarische Höhepunkte. Ein Großteil der Karpfen, die in Deutschland verzehrt werden, kommen aus dieser Region. Zoigl-Bier Wenn schon von Genuss die Rede ist: Das Zoigl-Bier ist eine Spezialität der Region. Aus ganz Deutschland kommen Liebhaber, um das traditionsreiche, ungefilterte, un-tergärige Bier „Beim Zoigl“ zu erleben. Das kann man sich vorstellen wie beim Törgge-len oder Heurigen. Dazu servieren die Zoiglstuben deftige Hausmacher-Brotzeiten, Bauernseufzer auf Kraut zum Beispiel, ein Bauerngeräuchertes oder eine frische Tellersulz. Windischeschenbach und Neuhaus gelten mit ihren 14 Stuben als der Mittelpunkt des Zoiglbieres. Zu erkennen sind die Zoiglwirte am Zunftzeichen vor der Tür. Wer gerade Bier ausschenkt, hängt den Zoiglstern vor die Tür. Festspielsommer Weniger kulinarisch als kulturell, aber ebenfalls etwas, das es nur hier und besonders in der Oberpfalz gibt, ist der mittlerweile über die Landesgrenzen Bayerns hinaus bekannte Festspielsommer. Der „Hussenkrieg“ in Neunburg vorm Wald, die Doktor-Eisenbarth-Festspiele in Oberviechtach, die Leuchtenberger Burgfestspiele, das Freilichttheater in Parkstein oder das grenzüberschreitende Festspielprojekt in Bärnau Tachov sind nur ein kleiner Auszug aus dem umfang- und facettenreichen Programm, das jährlich Zehntausende von Schaulustigen in die Freilichttheater lockt. Ganz neue Wege in Sachen Theaterkultur geht in diesem Jahr das oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen. Nach Art der Münchner Iberlbühne wird dort ein kleines, professionelles Volkstheater - das "Spinnrad" - eingerichtet. Zur Aufführung gelangen zwischen Ende Februar und Mai sowie von Oktober bis Dezember vorwiegend eigene Produktionen beziehungsweise Klassiker in Mundart. Zusätzlich bietet die Volksbühne szenische Lesungen von Oberpfälzer Sagen und Märchen an und erarbeitet thematische Führungen mit Spielszenen zu den 50 Häusern des Freilandmuseums. Originalgetreu wieder aufgebaut, ist in ihnen das bäuerlich-ländliche Leben früherer Zeiten dargestellt. Bayerisch-Böhmischer Geopark und kontinentale Tiefenbohrung Geschichte ganz anderer Art erleben Besucher des im Aufbau befindlichen Bayerisch-Böhmischen Geoparks in Windischeschenbach. Dort, wo sich Europas geologische Mitte befindet und zwei Urkontinente aufeinandertreffen, wird die spannende erdgeschichtliche Vergangenheit sicht- und erlebbar. Jahrmillionen haben hier ein Mosaik unterschiedlichster geologischer Formationen, vielfältige Gesteine und ab-wechslungsreiche Landschaftsbilder geschaffen. Anschaulich und transparent wird das an Infopunkten und Erlebnispunkten, bei Führungen, Exkursionen, Vorträgen und thematischen Wanderungen. Aber auch der Basaltkegel Parkstein, der Rosenquarzfelsen in Pleystein oder der Vulkankegel Rauher Kulm legen Zeugnis von den geologischen Vorgängen und der Dynamik der Erde ab. Die nächste Attraktion wartet mit dem Geozentrum an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) gleich nebenan. Hier befinden sich der höchste Landbohrturm der Erde (83 Meter) und zugleich das tiefste Bohrloch (9101 Meter). Seit 2006 ist auch das Bohrkernlager der Tiefbohrung wieder vor Ort. Die regelmäßigen Bohrturmführungen, Exkursionen und Sonderausstellungen stoßen nicht nur bei (Hobby-)Geologen und Mineralogen auf großes Interesse. Sibyllenbad Seinen Ursprung tief unter der Erde hat auch das, was im Sibyllenbad in Neualbenreuth für Gesundheit und Wohlbefinden sorgt. Zwei hochwirksame Radon- und Kohlensäure-Heilquellen bilden die Basis der medizinischen Therapie. Diese wird ergänzt durch ein umfangreiches Wellnessangebot von Pantai Luar über LaStone bis hin zu Schoocoa-Massagen. Exotische Genüsse erfährt der Sibyllenbadende im orientalischen BadeTempel. Erst vor kurzem ganz neu gestaltet, eröffnet sich auf über 2200 Quadratmetern eine Oase der Ruhe, des Lichts und der sanften Farben. Grenzenlos radeln und Wandern auf dem Goldsteig Vom Sibyllenbad hinüber nach Marien- und Karlsbad ist es nur ein Katzensprung. Doch ein guter Draht und freundschaftliche Verbindungen nach Tschechien bestehen nicht nur aufgrund der Kooperation der Thermen. So ermöglicht seit kurzem zum Beispiel der Freundschafts-Radweg - als Verlängerung des historischen Bockl-Radwegs - grenzüberschreitende Erlebnisse. Eine zweite Route, auf der man grenzenlos wandern oder radeln kann, ist der Bayerisch-Böhmische Freundschaftsweg, der ca. 90 Kilometer weit durch herrliche Natur und wildromantische Flusstäler von Nabburg bis nach Horsovský Týn in Böhmen führt. Wer in Wanderstiefeln unterwegs ist, sollte sich den neuen Prädikatswanderweg „Goldsteig“ nicht entgehen lassen. Er führt auf seiner ersten Etappe auf rund 200 Kilometern von Marktredwitz nach Baye-risch Eisenstein. Das Waldnaabtal, weite Blicke über das Land und viele phantasti-sche Burgen sind die Höhepunkte dieses Abschnitts. Der Goldsteig kann auch als Wanderung ohne Gepäck gebucht werden. Viele Gastgeber haben sich im Oberpfälzer Wald auf Wanderer spezialisiert und gehören der Kooperation „Gehnussgastgeber“ an. Insidertipps und regionale Küche zeichnen diese „Qualitätsgastgeber Wan-derbares Deutschland“ zusätzlich aus. SIGHTsleeping auf Burg Wernberg Wer das vielfältige Natur- und Kultur-, Freizeit- und Wellness-Erleben nicht auf den Tag beschränken möchte, kann das Sightseeing auf die Nacht ausdehnen: Mitten im Oberpfälzer Wald liegt das Hotel Burg Wernberg, seit kurzem anerkanntes bayeri-sches SIGHTsleeping Hotel. Die aus dem 12. Jahrhundert stammende Anlage wurde stilvoll restauriert und mit modernem Luxus ausgestattet. Nicht zuletzt dank Sternekoch Christian Jürgens erleben Genießer dort, wo einst die "oid'n Rittersleut' lebten und leibten, heute unvergessliche Momente. Glas und Porzellan Zu den edlen Momenten gehören im Oberpfälzer Wald auch Besuche bei den Glasbe-trieben und Porzellanherstellern. Sowohl die Glasstraße wie die Porzellanstraße füh-ren als Ferienstraßen mit vielen Attraktionspunkten durch den Oberpfälzer Wald. Viele weitere Infos zum Oberpfälzer Wald und den dortigen Urlaubsangeboten: www.oberpfaelzerwald.de
|




