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| Neuer Qualitätsweg Jurasteig: Wandern durch mediterrane Karstlandschaft mitten in Bayern |
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| Geschrieben von: Quelle: tvo | |||
| Samstag, den 21. Februar 2009 um 09:50 Uhr | |||
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Mit dem "Jurasteig" ist ein neuer Qualitätsweg in Bayern entstanden. Er führt durch die mediterran anmutende Landschaft des Bayerischen Jura, über die Höhen und Täler der Donau, Altmühl, Weisser und Schwarzer Laber, Lauterach, Vils und Naab, aber auch durch Trockentäler, vorbei an Karstquellen und Tropfsteinhöhlen. Der neue Wanderweg wurde auf der Reisemesse CMT 2008 in Stuttgart vom Deutschen Wanderverband zum Qualitätsweg ausgezeichnet. Auf 230 Kilometern wandert man auf einem Rundweg durch die Landkreise Kelheim, Neumarkt i.d.OPf., Amberg-Sulzbach und Regensburg. Der Jurasteig ist in zwölf Tagesetappen eingeteilt, hinzu kommen 17 Schlaufenwege, die als zusätzliche Tagestouren von der Hauptroute abzweigen. Das nachhaltige Wandererlebnis ist garantiert durch einen hohen Anteil naturbelassener Wege, eine einzigartige, mediterrane Mittelgebirgslandschaft, aber auch durch zahlreiche Rastmöglichkeiten und Gastronomiebetriebe. Nicht zuletzt sorgt eine lückenlose und eindeutige Beschilderung – separat für beide Richtungen – stets für eine sichere Orientierung. Schlösser und Klöster liegen ebenso am Jurasteig, wie Felszinnen, duftende Wachholderheiden, lichte Kiefern- und schattige Buchenwälder. Naturfreunde können am Jurasteig noch Tiere und Pflanzen beobachten, die andernorts selten geworden sind. Wanderfalke, Biber und Eisvogel haben im Bayerischen Jura ihre Reviere. Zahlreiche Orchideen, Karthäusernelke und Zittergras sind ständige Begleiter am Wegesrand. Karstgestein und Trockentäler Vor rund 200 Millionen Jahren setzten sich die Sedimente im damaligen Tethysmeer ab, die heute die Grundlage für die zerklüfteten Kalkfelswände bilden. Jahrmillionen an Wind- und Wettereinflüssen haben den Felsen des Bayerischen Jura ihre heutige markante Erscheinungsform gegeben. Meterhohe Steilwände im Donautal, Dolinen, Trockentäler, Höhlen oder Zeugenberge sind die typischen Merkmale der Karstlandschaft des Bayerischen Jura. Charakteristisch ist auch die unterirdische Entwässerung des Karstes. Wasser dringt durch das stark durchlässige Kalkgestein ein und fließt in unterirdischen Gewässersystemen und Höhlen. So kann sich ein Fluss völlig in den Untergrund verlagern, die ehemaligen Flusstäler sind dann ganzjährig trocken, man spricht vom Trockental. In den Karstquellen tritt das Wasser wieder an die Oberfläche. Diese Quellen sind oft am Ende eines großen Höhlensystems und haben, je nach Niederschlag oder Schneeschmelze, eine sehr unterschiedliche Schüttung. Eine der schönsten Karstquellen ist der Blautopf bei Essing im Altmühltal. Der Quelltopf erstrahlt in schönstem azurblau. Duftende Vegetation, artenreiche Tierwelt Trockentäler, warme Südhänge, Kalkboden sind Grundlagen für eine hoch spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt, die sich diesen Bedingungen angepasst hat. Der Naturkenner kann auf dem Jurasteig Tiere und Pflanzen entdecken, die sonst selten geworden sind. Orchideen, Karthäusernelke und Zittergras wechseln sich ab mit Hirschzungenfarn, Aronstab und Talerblatt. Auf der Strecke säumen duftender Wacholder und Kiefern den Weg. Auf den Felszinnen des Flügelsberg bei Meihern hat der Wanderfalke sein Brutrevier. Auch auf Biber, Feuersalamander und Eisvögel kann man treffen. Nicht allzu ungewöhnlich ist es, einem Schäfer mit seiner Schafherde zu begegnen. Die extensive Weidewirtschaft erhält diese Naturlandschaft. Sie verhindert, dass zu viele Büsche wachsen und bewahrt den sonnenliebenden Schmetterlingen, Küchenschellen und wildem Dost den Lebensraum. Eher exotisch dagegen erscheinen einem die indischen Wasserbüffel, die man hier nicht erwarten würde. Beim Gasthof in der Erbmühle stellt sich dann die kulinarische Frage: Forelle oder Büffelsteak? Klöster, Burgen und Kirchen Kloster Pielenhofen im Naabtal, die Wallfahrtskirche Stettkirchen im Lauterachtal, der Habsberg mit seiner weithin sichtbaren Wallfahrtskirche bei Velburg oder die romantische Hochzeitskirche im Lengenbachtal. Immer wieder finden die Wanderer Orte der Einkehr, der Ruhe und Stille. Die prächtig ausgestatteten Wallfahrtskirchen sind nicht nur Kunstwerke am Wegesrand. Es finden dort regelmäßig Gottesdienste und große Wallfahrtsfeste statt. Doch auch Burgen und Burgruinen sind lohnende Abstecher auf dem Jurasteig. Auf dem Kalvarienberg kurz vor Hohenburg hat man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die Burgruine, die auf der anderen Seite der Lauterach thront. Kallmünz ist so schön, dass sich hier schon die Künstler Gabriele Münter und Wassily Kandinsky trafen. Kallmünz ist heute noch künstlerisch. Kleine Ateliers schmiegen sich an den Burgberg. Ein kleiner Steig führt hoch hinauf zur alten Burg. Der schon von den Kelten genutzte Platz bietet einen phantastischen Blick über das Naab- und Vilstal. Im Donautal liegt das weltberühmte Benediktinerkloster Weltenburg am Jurasteig. Auf einer Zille setzt man über zum Kloster. Dort gibt es zwei wichtige Ziele, die Asamkirche St. Georg und den klösterlichen Brauereigasthof. Denn "Asam" gibt es hier auch als Bockbier. Wer sich darauf einlässt, sollte sich gewiss sein, dass er keinen allzu weiten Weg mehr auf dieser Tagesetappe vor sich hat. Eine schöne Reisealternative ist hier das Schiff. Die Fahrt geht durch den Donaudurchbruch nach Kelheim. Der Weg Der Jurasteig ist ein 230 km langer Rundweg, unterteilt in insgesamt 12 Etappen auf der Hauptroute mit insgesamt 17 Schlaufenwegen für Variationen oder Ausbaumöglichkeiten einer Wanderung. Die Etappenlängen variieren je nach Anspruch zwischen 14,7 km mit einer Wanderdauer von etwa vier Stunden bis zu 26,6 km und sieben Stunden. Man kann überall einsteigen und in jede Richtung wandern. Die Wege sind alle sehr gut - in beide Richtungen - mit dem Jurasteig Logo ausgeschildert. Auf der Etappe zwischen Dietfurt a.d.Altm. und Riedenburg folgt der Jurasteig ab dem Rosskopf bei Deising dem Altmühltal–Panoramaweg und dessen Beschilderung. Für jeden Wandertyp ist etwas dabei - zwischen einfachen Wegen mit Hauptaugenmerk auf landschaftliche Anreize bis hin zur anspruchsvollen Route über viele Höhen und Täler findet sich für jeden Geschmack etwas. Besonders auf wanderfreundliche Gaststätten am Weg wurde Wert gelegt und so wird das Wandern dank zahlreicher Rast- und Einkehrmöglichkeiten zu einem Rundumerlebnis. Der Jurasteig wurde entsprechend den Kriterien des Qualitätssiegels "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" eingerichtet. Diese umfassen Wegeformat (Wegführung, Belag, Breite), Wanderleitsystem (Wegweisung, Markierung), Natur/Landschaft (Naturattraktionen, Landschaftsformationen), Kultur (Regionale Sehenswürdigkeiten, Baudenkmäler) und Zivilisation (Gasthäuser, Haltepunkte ÖPNV, Parkplätze, Umfeld). Informationen im Internet Informationen für die Reisevorbereitung findet man im Internet unter www.jurasteig.de. Dort stehen interaktives Kartenmaterial, Höhenprofile, eine Bildergalerie, verschiedene Downloads und eine Gastgeberdatenbank zur Verfügung. Informationsmaterial Ein Wanderführer sowie eine Faltkarte erscheinen im Frühsommer 2008.
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